Paw Paw erobert stetig neue Freunde
Geschrieben von: Sybille Fertsch   


Paw Paw erobert stetig neue Freunde
Lecker, exotisch, frosthart und weniger Kerne:
Neue Indianerbananen auf dem Prüfstand

Ihre Früchte schmecken nach einer Mischung aus Banane, Mango, Ananas und Vanille, ihr Fruchtfleisch ist cremig weich: Nordamerikas Indianerbananen erobern sich auch in Deutschland eine wachsende Fangemeinde. Im Versuchsgelände Stutel der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau betreut Obstspezialist Hubert Siegler (links im Bild) schon seit einigen Jahren unterschiedliche Sorten.

 

 Hubert Siegler mit Indianerbanane

 

In Zukunft werden es noch mehr sein. Denn aus den USA reiste der Paw-Paw-Züchter Neal Peterson (rechts im Bild) an, mit Edelreisern und Früchten im Gepäck. „Petersons neue Sorten zeichnen sich durch einen geringeren Kernanteil aus und sind deshalb leichter zu essen,“ weiß Siegler. „Jetzt testen wir die umveredelten Bäume in unserem Klima und wissen sicher in ein paar Jahren mehr über die Qualitäten der neuen Indianerbananen-Sorten“, verspricht der Obstbauexperte.

Die Indianer Nordamerikas schätzen die je nach Sorte 100 bis zu 300 Gramm schweren, bis zehn Zentimeter langen, grünschaligen Paw Paw (wird „poah-poah“ ausgesprochen) sehr. Sie ist sehr nahrhaft und mit keiner unserer mitteleuropäischen Früchte vergleichbar. Die langsam wachsenden Bäume vertragen auch bei uns strengen Frost bis etwa minus 25 Grad. Eine Augenweide sind die purpurnen glöckchenförmigen Blüten im Frühjahr und die goldgelbe Laubfärbung im Herbst. Um Früchte zu bekommen, brauchen die meisten Sorten eine zweite Pflanze. „Nur die Sorte ‘Prima‘ ist selbsbefruchtend, ‘ Sunflower‘ und ‘Overleese‘ sind es teilweise“, betont Siegler.