Bio-Töpfe sind im Anmarsch
Geschrieben von: Sybille Fertsch LWG   

 

Konkurrenz für den Plastikblumentopf 

Kompostierbare Pflanzgefäße statt Plastikblumentöpfe: Das wünschen sich offenbar viele fränkische Gärtner für ihre Kunden. Versuchsingenieurin Christine Hochmuth von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim testet seit einem Jahr sieben der zwölf  am Markt erhältlichen Ersatzgefäße aus biologisch abbaubaren Materialen. Einer Gruppe von Regionalgärtnern aus dem Raum Nürnberg stellte sie nun die ersten Ergebnisse vor.

Ihr Fazit: Ein für alle Belange perfektes Allroundprodukt haben die Hersteller noch nicht entwickeln können, denn die Anforderungen sind hoch. Einerseits sollen die Töpfe in der Anzucht beim Gärtner möglichst lange stabil und attraktiv bleiben und andererseits möglichst rasch im Kompost verrotten. Nicht allen Herstellern gelingt dieser Spagat.  Aber, so Hochmuth, wer gezielt wählt, der findet für viele Einsatzmöglichkeiten das richtige Gefäß.

So zeigten sich die mittelfränkischen Gärtner zum Beispiel begeistert von den NatureCups: Fünf Monate lange hatten die attraktiven Schalen aus der Schweiz voll bepflanzt den Winter im kalten Gewächshaus überstanden – ohne etwas von ihrer Schönheit einzubüßen. Und so lange sie abtrocknen können, werden sie wohl auch noch eine Weile durchhalten, meint Christine Hochmuth. Erst wenn der Kunde die Gefäße mitsamt den Pflanzen in die Erde setzt, zerfallen die Töpfe aus Reisspelzen, Chinaschilf-Fasern und Baumharzen allmählich.

Ähnlich natürlich wie die NaturePots wirken auf Augen und Hände die Cocopots. Die aus Kokosfasern und Naturlatex in Sri Lanka hergestellten Gefäße bauen sich allerdings im Boden nur sehr langsam ab. „Kokosfasern sind eben unverwüstlich“, kommentierte Christine Hochmuth die Langlebigkeit dieses Produkts. Beide Töpfe dürfen auch auf den heimischen Kompost wandern.

Auf den ersten Blick kaum von den herkömmlichen Plastiktöpfen zu unterscheiden sind die restlichen drei Varianten in Christine Hochmuths Versuch. Glänzende Oberflächen, starre Schalen: Die Bio-Kunststoff-Produkte von belgischen, holländischen und deutschen Firmen sind Hightech-Produkte aus Zellulose, Kartoffel- und Maisstärke oder Pflanzlichen Werkstoffen, sogenannten Biopolymeren, zum Teil im Mix mit Pflanzen- oder auch Erdöl. Sie zersetzen sich in industriellen Kompostieranlagen, dürfen also in die Bio-Tonne gegeben werden. Alle diese Biokunststoffe setzen keine giftigen Stoffe frei. Doch das ist nicht das Ende: „Das Angebot an Alternativen für den Plastiktopf in den kommenden Jahren wird sicher noch wachsen“, wagt Christine Hochmuth eine Prognose für die Zukunft.

 

 

Eva-Maria Geiger mit Bioblumentöpfen
Im Bild Eva-Maria Geiger mit verschiedenen Bio-Blumentöpfen