Projekt Bewässerungssteuerung in Sommerach läuft an
Geschrieben von: Sybille Fertsch LWG   

Moderater Trockenstress fördert die Weinqualität

Silbrig glänzen einige Rebstämme am Sommeracher Katzenkopf.  Wie ein Verband legt sich eine metallisch glänzende Folie um sie. Darunter verbergen sich empfindliche Messinstrumente: Der Doktorand Daniel Heßdörfer misst seit kurzem im Auftrag der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim den Wasserdurchfluss durch den Rebstamm an bestimmten Silvanerreben. Drei Jahre lang wird der junge Mann das Projekt der LWG zur Bewässerungssteuerung im Weinberg wissenschaftlich begleiten – unterstützt von Sommeracher Winzern. Ziel ist es, eine Steuerung zu entwickeln, welche die Reben in trocken-heißen Sommern optimal mit Wasser versorgen kann.

 

„Die Rebe braucht etwas Trockenstress um eine gute Trauben- und Weinqualität zu liefern,“ erklärt Dr. Arnold Schwab von der LWG und Betreuer der anlaufenden Doktorarbeit, „ Einfach drauflos zu bewässern, kann die Qualität durch verstärkte Traubenfäule sogar mindern . Deswegen ist die Tropfbewässerung der Weinberge auch sehr schwer zu optimieren“. Dieses Problem soll nun Daniel Heßdörfer aus Karlburg, frisch-gebackener Master (M.Sc.) für Weinbau und Önologie lösen.

 

Daniel Hessdörfer misst den Wasserdurchfluss durch den Rebstamm
mit aufwendiger Messtechnik
Foto: LWG

 

Für seine Forschungen waren teure Instrumente nötig: Saftdurchflussmesser am Stamm von jeweils sechs Rebstöcken in zwei recht unterschiedlichen Weinbergen, Magnetsonden zur Messung des Blattwasserdruckes und des frühmorgentlichen Blattwasserpotentials kommen ebenso wie Bodenfeuchtemessrohre zum Einsatz. Ein beachtlicher Aufwand, um das Geschehen um Trockenstress und Bewässerung intensiv zu erforschen.

Schwierig war es, die geeigneten Versuchsflächen aus über 3000 Parzellen herauszufiltern, berichtet Daniel Heßdörfer. Unterschiedliche Bodenbedin-gungen erzeugen auch unterschiedlichen Stress für die Rebe. Es war wichtig, sie alle aufzuspüren. Denn am Ende der Doktorarbeit soll ein System stehen, das anhand vieler Einzelfaktoren eine Einteilung in verschiedene Stress-klassen ermöglicht. Seine Messwerte wird Heßdörfer mit den Ergebnissen weiterer Untersuchungen vergleichen und bewerten, um die Auswirkungen der Zuatzbewässerung auf den Ertrag  oder die Traubenqualität, zum einen bei verschiedenen Sorten und zum anderen in jungen oder alten Rebanlagen, zu ermitteln.  All diese Daten werden zu einer Gesamtbewertung des Einflusses der Tropfbewässerung auf die Weinqualität zusammenfließen.

Der Bewässerungsverband der Sommeracher Winzer unter Leitung von Otmar Zang beteiligt sich am Projekt. Die Winzer stellen ihre Rebflächen zur Verfügung und unterstützen die umfangreichen Untersuchungen. Ermöglicht werden die Forschungsarbeiten durch die finanzielle Hilfe der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft in Bonn.