53. Veitshöchheimer Weinbautage stehen im Zeichen des Rotweins
Geschrieben von: Sybille Fertsch (LWG)   

Vorreiter in Deutschland: Frankens Winzer auf dem besten Weg zum Klimaschutz

„Klimaschutz und Weinbau gehen in Franken Hand in Hand“, betonte Dr. Herrmann Kolesch bei den außergewöhnlich gut besuchten Gebietsversammlungen dieses Winters. „Wir sind das erste und bislang einzige Weinbaugebiet Deutschlands mit einer Bilanz darüber, wie und in welchem Maß die Weinproduktion am Ausstoß des schädlichen Klimagases CO2 beteiligt ist“, erklärte der Abteilungsleiter Weinbau der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) vor bislang rund 1.100 Winzern. Mit der Versammlung in Winterhausen am 21.Februar 2011 endet für diese Saison das jährlich aus zehn Veranstaltungen bestehende Informationsangebot der LWG-Abteilung Weinbau.

 

Mit der Bestimmung dieses sogenannten „Carbon-Footprints“ können die Weinproduzenten erkennen, in welchen Bereichen sie den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase verbessern können. „Damit übernimmt Franken  - ähnlich wie beim Weintourismus  - wieder eine Vorreiterrolle: Diesmal in Sachen Nachhaltigkeit, Klimaschutz – und Qualitätsmanagement“, betonte Kolesch. „Denn ein umweltfreundlich produzierter Spitzenwein steht in der Verbrauchergunst ganz oben.“

Zwei Jahre hatte die Münchner Firma Climate Partner - im Auftrag von LWG und Fränkischem Weinbauverband -  die Weinbereitung und –vermarktung in 14 unterschiedlichen fränkischen Weinbaubetrieben durchleuchtet. Jene produzierten in diesem Zeitraum mehr als 21 Millionen Liter Wein. Climate Partner fand klimaschädliche CO2-Quellen vor allem in Fuhrpark und Stromverbrauch, bei der Heizung und bei der Verpackung. „Vor allem das Herstellen der Glasflaschen erwies sich als besonders klimaschädlich“, erklärte Kolesch.

Das Pilotprojekt stellte eine Pionierleistung dar. „Die Winzer in Franken stellen sich der Herausforderung des Klimaschutzes und wollen handeln“, lobte Kolesch. „Schon jetzt gibt es viele Bemühungen der Winzer bei Heizung und Stromversorgung auf erneuerbare Energiequellen zu setzten. Diese Ist-Analyse ist daher ein erster wichtiger Schritt zum Einstieg in einen strategischen Nachhaltigkeitsprozess für die Fränkische Weinwirtschaft.“ Das Cluster Ernährung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hatte das Projekt gefördert.

Nächste Veranstaltung von LWG und Fränkischem Weinbauverband sind die 53. Veitshöchheimer Weinbautage am 2. und 3. März in den Mainfrankensälen. Sie stehen diesmal ganz im Zeichen des Rotweins. Interessant ist sicherlich auch die Diskussion am Eröffnungstag, den 2. März um den Wegfall des Anbaustopps in diesem Jahrzehnt. Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltung finden sich im Internet unter www.lwg.bayern.de/termine/.