Frankens Winzer sagen Nein zum Wegfall des Anbaustopps
Geschrieben von: Sybille Fertsch (LWG)   

Schärferes Profil für Frankens Roten

Frankens Winzer wollen den Anbaustopp im Weinbau beibehalten. Das machte der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, Artur Steinmann zur Eröffnung der 53. Veitshöchheimer Weinbautage vor rund 700 Winzern in den Mainfrankensälen ausführlich deutlich.

 

Eine Lockerung und damit eine Ausweitung der Rebflächen, wie ihn die EU-Kommission für die Jahre 2015/2018 ins Auge gefasst habe, bedrohe die Steillagen und damit die einzigartige Weinlandschaft Frankens, betonte Steinmann. Schließlich sei es kostengünstiger, Wein im Flachland anzubauen. Dem widersprach in der anschließenden Podiumsdiskussion unter anderen Professor Dr. Dieter Hoffmann von der Forschungsanstalt Geisenheim. Der Wegfall des Anbaustopps berge auch Chancen für die Winzer.

Hoffmann meinte, dass die Steillagen Garanten für den Premiumsektor und deshalb vom Wegfall des Anbaustopps nicht bedroht seien. Im Flachland dagegen würden Weine heranreifen, die im untersten Preissegment angesiedelt seien und derzeit vor allem importiert würden. Diese im eigenen Land anzubauen sei eine Chance vor allem für junge Winzer.

Die von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) veranstalteten 53. Veitshöchheimer Weinbautage standen diesmal ganz im Zeichen des Rotweins. „Trotz der fulminanten Wiederauferstehung des Frankenweins“, so der Präsident der LWG, Anton Magerl, in seiner Begrüßungsrede, „sehen wir für die Zukunft doch eine gewisse Bedeutung für Rotwein aus Franken.“

Betrachte man die sortenspezifische Entwicklung der roten Rebsorten in den letzten Jahren, so zeige sich, dass nach einer raschen Ausweitung der Anbauflächen deren derzeitiger Rückgang vor allem die Neuzüchtungen betreffe. Klassiker wie Spätburgunder und Portugieser seien von der Reduzierung der Rotweinflächen nicht betroffen, erklärte Dr. Herrmann Kolesch, Leiter der Abteilung Weinbau der LWG. Die Rebsorte Domina, die sich für das fränkische Terroir gut zu eignen scheine, könne eine wertvolle Ergänzung sein. „Es sollten jetzt alle Anstrengungen unternommen werden, eine dem Markt gerechte Weinstilistik zu definieren“, sagte Kolesch.

Schützenhilfe bekam er von Professor Hofmann: In dessen Referat „Was läuft am Rotweinmarkt?“ betonte dieser immer wieder, dass das richtige Profil eines fränkischen Roten der Schlüssel zum Erfolg sei. Dieses gelte es zu entwickeln, zu schärfen und zu kommunizieren.