Sortenreine Apfelchips – Wie gut schmeckt gesundes Naschen?
Geschrieben von: Susanne Schwindel   

Naschen war und ist nach wie vor ein nicht wegzudenkender Bestandteil unserer Ernährung. Doch lassen das vermehrte Auftreten von Übergewicht und durch Fehl- und Mangelernährung begünstigte Erkrankungen immer mehr Stimmen laut werden, die den übermäßigen Konsum von Süßigkeiten zu recht in Frage stellen. Nun ist am Naschen selbst zunächst nichts auszusetzen, lediglich die hohen Zucker-, Fett- und Zusatzstoffgehalte vieler Naschereien geben Anlass zur Sorge. So liegt es nahe, statt den Verzicht auf sämtliche Genüsse zu predigen, sich auf die Suche nach gesunden und dennoch leckeren Alternativen zu begeben. Wie so oft zeigt sich eine mögliche Lösung in der Besinnung auf Althergebrachtes, der Wiederbelebung alten, jedoch oft leider in Vergessenheit geratenen Wissens.

Apfelringe kennt fast jeder, meist aus der eigenen Kindheit; das Bild, wie die Großmutter in Scheiben geschnittene Äpfel an Schnüren über dem Ofen aufhängt, um sie zu trocknen, ist dem ein oder anderen sicher noch lebhaft in Erinnerung.

Neuerdings finden sich am Markt vermehrt sogenannte Apfelchips. Diese sind härter als Apfelringe und eignen sich besonders gut zum Knabbern, als gesunder Ersatz für Kartoffelchips. Sie enthalten wichtige Mineralien, wertvollen Fruchtzucker und viele Ballaststoffe, zudem sind sie völlig fett- und glutenfrei.

Sie werden industriell meist aus Tafeläpfeln gefertigt und sind daher äußerst schmackhaft. Jedoch lassen sie sich auch einfach selbst zu Hause herstellen. Aus diesem Grund stellte sich die Frage, ob sich alte Sorten, die häufig auf Streuobstwiesen Verbreitung finden und daher in vielen Haushalten zur Genüge zur Verfügung stehen, genauso gut zur Herstellung von Chips eignen wie die neueren Tafelapfelsorten.

Angaben zur Verkostungsdurchführung

Eigens für den jährlichen Streuobsttag an der LWG in Veitshöchheim, zu dem am 12.10.2008 mehr als 2.000 Besucher kamen, wurden sortenreine Apfelchips zur Verkostung durch das Publikum in einem mobilen Dörrofen und im herkömmlichen Backofen hergestellt.

Folgende Sorten fanden Verwendung: „Boskoop”, „Herzogin Olga”, „Riesenboiken”, „Goldrenette von Blenheim”, „Rheinischer Bohnapfel”, „Martini”, „Ananasrenette”, „Kanadarenette”.

Jeweils 5 Sorten wurden über einen bestimmten Zeitraum gegeneinander verkostet. „Boskoop” wurde, aufgrund der allgemeinen Bekanntheit der Sorte, bei jedem Durchgang zum Probieren angeboten. Jeder Gast durfte die für sich beste Sorte bestimmen, indem er eine rote Kugel in eigens dafür vorgesehene Röhren warf. Die Füllhöhe der einzelnen Röhren wurde dabei in cm bestimmt und verglichen.

Sortenreine Apfelchips – Wie gut schmeckt gesundes Naschen?
Foto: Peter Großpitsch

Ergebnis

Mit Abstand am besten bewertet wurde in jedem Durchgang die Sorte 'Boskoop', was nicht verwunderlich ist, denn auch als Backapfel bewährt sich diese hervorragend. Aber auch die sehr aromatische, jedoch weitaus unbekanntere und weniger verbreitete „Ananasrenette” erfreute sich großer Beliebtheit.

 

Grafik

 

Ein Trend zu eher säuerlichen und aromatischen Sorten konnte festgestellt werden. Weniger intensiv schmeckende Sorten wie der „Rheinische Bohnapfel” oder säurebetonte wie der „Riesenboiken” schnitten schlechter ab.

Typische Lageräpfel wie z.B. vorher genannter „Rheinischer Bohnapfel” bringen aufgrund des zum Zeitpunkt der Verarbeitung ungenügenden Reifegrades eher neutral schmeckende Apfelchips hervor, die sich jedoch hervorragend eignen, um sie z. B. mit Curry, Paprika, Chili oder Zimt zu würzen. Eine aus der Bewertung ausgeschlossene Probe von Curry-Apfelchips fand großen Anklang bei den Gästen.

Apfelchips selber machen: süß – sauer - würzig

Welche Sorten Sie am besten für Ihre hausgemachten Apfelchips verwenden, hängt von Ihrem eigenen Geschmack ab, und davon, ob Sie sie zusätzlich würzen möchten oder nicht.

Süß
„Gravensteiner”, „Golden Delicious” u. v. m.
Für das perfekte Weihnachtsvergnügen mit Zimt würzen!

Sauer
„Boskoop”, „Riesenboiken” und viele Mostobstsorten

Würzig
Für würzige Chips mit Curry, Chili oder Paprika eigenen sich auch Sorten, die weniger Eigengeschmack aufweisen wie z. B. „Rheinischer Bohnapfel”

Bereits weich gewordene Äpfel eignen sich nicht zum Trocknen!

Herstellung

  • Die Äpfel waschen, das Kerngehäuse entfernen und in schmale, ca. 1 bis 2 mm dicke Scheiben schneiden, oder auf einer Küchenreibe hobeln.
  • Die Scheiben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech oder Rost legen, sie sollten sich nicht berühren.
  • Bei max. 70 °C und leicht geöffneter Backofentür (damit die Feuchtigkeit entweichen kann) werden die Äpfel nun für 2 bis 4 Stunden getrocknet. Direkt nach dem Trocknungsende sind die Chips noch weich, sie härten jedoch beim Abkühlen aus und werden knackig.
  • Damit die Chips knusprig bleiben, müssen sie unbedingt luftdicht (Plastikbox, Einschweißen) verpackt werden.
  • Je nach Geschmack können Sie die Chips naturbelassen essen oder mit Zimt, Curry, Chili, Paprika usw. würzen.
Susanne Schwindel