Staatsminister Brunner hatte drei gute Gründe für die Reise nach Franken
Geschrieben von: Sybille Fertsch LWG   


Zwei Neubauten und ein Abschied:
Schlüsselübergabe für Labore und Gewächshäuser

Gleich drei gute Gründe gab es für Helmut Brunner in die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) nach Veitshöchheim zu reisen: Bayerns Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner verabschiedete zum einen LWG-Präsident Anton Magerl in den Ruhestand und würdigte dessen Verdienste mit dem Großen Bayerischen Löwen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Zudem übergab er offiziell die beiden großen Neubauten auf dem LWG-Gelände an der Steige ihrer Bestimmung: die neuen Gewächshäuser, Verbinder und Büros für das Sachgebiet Zierpflanzenbau sowie das repräsentative Laborgebäude des Fachzentrums Analytik. Für rund 20,3 Millionen Euro entstanden hier 5 100 Quadratmeter Nutzfläche.

 abschied magerl3 web

Mit dem Großen Bayerischen Löwen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zeichnete Bayerns Staatsminister Helmut Brunner (im Bild rechts) Anton Magerl aus, den scheidenden Präsidenten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Foto lwg

 

 

1700 Quadratmeter beansprucht das Laborgebäude des Fachzentrums Analytik und rund 3400 Quadratmeter dienen dem Sachgebiet Zierpflanzenbau. Davon entfallen alleine 2400 Quadratmeter auf Gewächshäuser. Hohe Umwelt- und Energiestandards zeichnen die Gebäude aus. Wärmerückgewinnung, Photovoltaik, Energieschirme und ein ausgeklügeltes Regenwassermanagement, wie Minister Brunner in seiner Festansprache betonte.

Den symbolischen Schlüssel für die Neubauten überreichte Joachim Fuchs, der Leiter des Staatlichen Bauamtes Würzburg. Grußworte sprachen Ulrich Schäfer, Vorsitzender der Landesvereinigung Gartenbau Bayern, und Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes e.V.. Beide würdigten die LWG als unverzichtbaren und wegweisenden Partner. Wobei Steinmann dem Minister auch neue Wünsche für die LWG eröffnete: Den Bau eines Sensorik-Zentrums, den Ausbau der Kellerei und die Renovierung der Abteilung Weinbau in der Veitshöchheimer Herrnstraße.

Mit den Neubauten, so der Minister, sei die Position der LWG als bundesweit renommierte Forschungs- und Beratungseinrichtung für Weinbau, Kellerwirtschaft, Gartenbau, Landespflege und Imkerei weiter gefestigt, ein weiterer Abschnitt des Gesamtkonzeptes zur Modernisierung der Landesanstalt abgeschlossen. Die Landesanstalt sei nun in der Lage, die praxisorientierte Forschung im Zierpflanzenbau auf dem modernsten Stand der Technik durchzuführen und die gewonnenen Erkenntnisse sowohl an die Erwerbsgärtner als auch die Studierenden der in der LWG integrierten Staatlichen Fachschule für Agrarwirtschaft weiter zu geben, sagte Brunner.

Auch das Fachzentrum Analytik – und mit ihm die gesamte Landesanstalt - profitiert von modernsten Laboren, betonte Minister Brunner. Denn hier erarbeiten die Mitarbeiter die biologischen und chemisch-analytischen Grundlagen für die praxisorientierte Forschung. Allein der Fachbereich Bodenanalytik sei jährlich mit mehr als 30.000 Einzeluntersuchungen für das gärtnerische und weinbauliche Versuchswesen der LWG als auch für das gesamte landwirtschaftliche Versuchswesen im Geschäftsbereich des Ministeriums zuständig. Dazu kommen 7.000 Pflanzenuntersuchungen sowie 50.000 önologische Analysen. Das Fachzentrum Analytik ist wichtiger Dienstleister für die fränkische Weinwirtschaft, die nordbayerischen Saatgutproduzenten sowie die Imker und Honigerzeugergemeinschaften in ganz Bayern, sagte Brunner.

Staatsminister Helmut Brunner und der scheidende Präsident der LWG vor dem Laborneubau des Fachzentrums Analytik der LWG in Veitshöchheim.
Foto lwg

 

„Die LWG für die Zukunft

gut aufzustellen,“ wandte sich Brunner an Anton Magerl „war immer eines Ihrer Hauptanliegen. Das bislang Erreichte muss Sie in dieser Stunde des Abschieds mit Freude und Stolz erfüllen“, betonte er. Er würdigte Magerl vor allem als Menschen, dessen Verbindlichkeit, Kommunikationstalent, Fairness und persönliches Engagement das Ansehen der LWG gesteigert habe. Der Minister überreichte dem scheidenden Präsidenten der LWG den Großen Bayerischen Löwen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für seine herausragenden Verdienste um den Bayerischen Gartenbau und Weinbau.

Anton Magerl kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken: Nach seiner Ausbildung zum Zierpflanzengärtner bildete er sich stetig weiter und studierte schließlich Gartenbauwissenschaft an der Technischen Universität München-Weihenstephan. Als Berater beim Amt für Landwirtschaft und Gartenbau in Bamberg begann seine Karriere im Staatsdienst, führte über die Regierung von Mittelfranken bis zum Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth, dem Kompetenzzentrum für den Gartenbau in Mittelfranken und der Oberpfalz, wo er die Leitung der Abteilung Gartenbau innehatte. Am 1. Mai 2008 wurde Magerl Präsident der LWG. Seine Dienstjahre waren geprägt von den Neubaumaßnahmen in Veitshöchheim und im ökologischen Gemüsebauversuchsbetrieb in Bamberg, aber auch von Umstrukturierungen und Neuerungen innerhalb der Landesanstalt.

Magerls Nachfolger, der 52jährige Hochschullehrer Professor Dr. Sebastian Peisl, tritt im November 2012 sein Amt an. Zur Zeit wirkt er als Vizepräsident der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und Leiter der Forschungsanstalt Gartenbau. Die Amtsgeschäfte an der LWG führt in der Zwischenzeit der stellvertretende Präsident der LWG, Dr. Herrmann Kolesch. 

 

Auch der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes Arthur Steinmann (rechts) und die Fränkische Weinkönigin Melanie Dietrich nahmen Abschied von Präsidenten der LWG, Anton Magerl. Gleichzeitig meldete Steinmann bei Staatsminister Brunner weitere Wünsche für die LWG an: den Bau eines Sensorikzentrums, den Ausbau der Kellerei und die Renovierung der Gebäude der Abteilung Weinbau in der Herrenstraße. Foto LWG